Informeller Umweltrat zum nachhaltigen Umgang mit Wertstoffen
Donnerstag, 15. Juli 2010
Die EU-Umweltminister haben sich vom 11.-13. Juli in der belgischen Stadt Gent zu einem informellen Umweltrat getroffen, um über den nachhaltigen Umgang mit Wertstoffen zu sprechen.
Denn der heutige Umgang mit Wertstoffen führt zur Erschöpfung der Rohstoffvorräte und zur Schädigung der Umwelt. Die Umweltminister diskutierten mögliche europäische Initiativen und Ansätze, Wertstoffe effizient und umweltfreundlich zu verwenden. Die Belgische Ratspräsidentschaft will mit dem informellen Umweltrat das Thema auf europäischer Ebene anstoßen. Ziel ist, das natürliche Kapital zu erhalten und die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus von der Gewinnung über den Verbrauch und die Produktion bis hin zur Abfallbehandlung zu reduzieren.
Die Umweltminister setzten sich mit folgenden Themenkomplexen und Fragen auseinander:
- Kreisläufe schließen: Wie kann die EU-Politik Abfallvermeidung und Recycling fördern?
- Umgang mit der Endlichkeit von Rohstoffen: Wie kann die EU-Politik zu mehr Rohstoffeffizienz beitragen? Wie fördern wir neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren einer Produktionskette und zwischen Politikern, Industrie und Verbrauchern, um nachhaltige Materialkreisläufe zu erreichen? Wie kann die Politik zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle beitragen, die den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen?
- Hin zu einer ehrgeizigen europäischen Wertstoffpolitik: Wie können laufende EU-Initiativen zum Thema Grundstoffe, Produktion und Verbrauch, Abfall etc. optimal aufeinander abgestimmt werden? Welche neuen europapolitischen Instrumente können zu einem nachhaltigen Umgang mit Wertstoffen beitragen?
Der Umweltinformationsdienst EurActive berichtet, dass die belgische Ratspräsidentschaft die Industrieproduktion in Europa umweltfreundlicher machen wolle, indem sie einen „Cradle to Cradle“-Ansatz (der die Idee der Wiederverwertbarkeit betont) bei der Ressourcenverwaltung im Herstellungssektor fördern will. Dabei will die belgische Ratspräsidentschaft den Anstoß geben, um von Abfallpolitik auf Materialpolitik mit einem nachhaltigen Materialmanagement umzuschwenken. Diese sollen den gesamten Lebenszyklus der Produkte abdecken, angefangen von der Gewinnung der Rohstoffe, über die Herstellung, den Verbrauch und die Nutzung bis hin zur möglichen Wiederverwertung. Damit will die Belgische Ratspräsidentschaft den Start für ein ressourcen- und materialeffizientes Europa setzten, eines der Ziele der EU 2020-Strategie.
Der Generalsekretär des Europäischen Umweltbüros (EEB), John Hontelez, betonte in seiner Rede vor den Umweltministern die Bedeutung einer europäischen nachhalten Ressourcennutzungsstrategie. Das EEB sieht eine solche Strategie als unabdingbar, um die Übernutzung der natürlichen Ressourcen in den Griff zu bekommen, die zu einer steigenden Ressourcenverknappung und damit zu einem ernsthaften Sicherheitsproblem für unsere Gesellschaften und zu großen Umweltproblemen führen könnten.
Hontelez forderte die EU auf, den ökologischen Fußabdruck, der derzeit 2,5mal über dem nachhaltigen Niveau liegt, innerhalb der nächsten 20 Jahre um 50 Prozent zu reduzieren. Dieses Ziel sollte ein Herzstück der neuen EU-Strategie zur nachhaltigen Ressourcennutzung sein.
Zudem forderte der die EU-Kommission auf, einen Entwurf für einen Gesetzesvorschlag zu zur EU-weiten Kompostierung von Bioabfällen zu machen. Hontelez schlug vor, eine mithilfe einer Umweltsteuerreform für mehr Ressourceneffizienz zu sorgen. Er erinnerte die Minister daran, dass sie im vergangenen Jahr die EU-Kommission aufgefordert hätten, ein High Level Forum einzusetzen, um die EU zu Marktbasierten Instrumenten zur Umwelt (Steuern, Subventionen, Abschaffung umweltschädlicher Subventionen, öffentliche Beschaffung) zu beraten. [bv]
Programm Informeller Rat der EU-Umweltminister
Seite der belgischen Ratspräsidentschaft zum informellen Umweltrat
Euractive
Rede John Hontelez




