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Umweltverbände plädieren für Bodenschutzrichtlinie

Deutschland muss die Blockade des EU-Bodenschutzes beenden. Das fordern der Deutsche Naturschutzring (DNR) und das europäische Umweltbüro (EEB). Anfang Oktober hatte die EU-Kommission ihre Pläne für eine Bodenschutzrahmenrichtlinie in Frage gestellt (vgl. EU-Koordination am 08. Oktober).

Die Umweltverbände halten in ihren Forderungen an der Bodenschutzrahmenrichtlinie fest. Den Überlegungen des EU-Kommissionspräsidenten Barroso zur Abschaffung der Bodenrahmenrichtlinie folgend, bliebe der Schutz von Böden den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten überlassen. Im Ministerrat ist der Kommissionsvorschlag von 2006 zur Bodenrahmenrichtlinie immernoch blockiert. Wenn in Brüssel keine Einigung erzielt werden kann, könnte sie durch andere Maßnahmen im Rahmen des REFIT-Programms (Regulatory Fitness and Performance Programme) ersetzt werden, das zu Lasten des Umweltschutzes Rechtsvorschriften vereinfachen soll (vgl. EU-Koordination am 29. Oktober).

Der DNR und das EEB kritisieren vor allem die Blockadehaltung Deutschlands gegenüber der Bodenschutzrahmenrichtlinie. „Gesunde Böden sind absolut zentral für Klimaschutz, sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittelsicherheit. Deshalb ist es nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung eine EU-weite Regelung zum Bodenschutz seit Jahren blockiert“, sagte DNR-Präsident Hartmut Vogtmann. „Kommissionschef Barroso ist eingeknickt vor dem Widerstand der Bundesregierung, die sich in der Frage seit langem der Agrarlobby hörig zeigt“, sagte Jeremy Wates, Generalsekretär des Europäischen Umweltbüros (EEB).

Laut dem Umweltverband WWF gehen jährlich weltweit mehr als 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Böden durch Erosion verloren. Nur zwölf Prozent der Erdoberfläche bestehen aus landwirtschaftlich nutzbarem Boden. Bis zu 500 Jahre dauert es, die 2,5 cm dicke Bodenoberberschicht zurückzubringen, wenn diese durch Erosion abgetragen wird. Fruchtbare Anbauflächen, die durch Versiegelung, Verdichtung und Kontamination stetig schwinden, sind die Voraussetzung für 90 Prozent aller weltweit produzierten Lebensmittel. Dies verursacht allein in der EU jährlich Kosten von etwa 38 Milliarden Euro. [ej]


Mitteilung von DNR und EEB

WWF-Mitteilung