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EU-Saatgutmarkt in den Händen nur weniger Konzerne

Der Handel mit Saatgut in der Europäischen Union weist eine hohe Konzentration auf. Einer Studie im Auftrag der Grünen/EFA zufolge teilen sich in manchen Sparten lediglich eine Handvoll Unternehmen die Marktmacht auf.

So entfallen beim Mais rund drei Viertel des Marktanteils auf nur fünf Saatgutfirmen. Auch der Gemüsesaatgutsektor, der elf Prozent des EU- Saatgutmarktes ausmacht, ist hochgradig konzentriert. Etwa 95 Prozent des EU-Marktes verteilen sich auf nur fünf Unternehmen. Die Folgen dieser Marktkonzentrationen seien verheerend und bedeuteten einen Verlust an Biodiversität, sagte der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen Martin Häusling.

Nach Schätzungen der Lebensmittel-und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die Vielfalt der Kulturpflanzen allein im 20. Jahrhundert um 75 Prozent zurückgegangen. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, würde bis 2050 etwa ein Drittel der heutigen Vielfalt verschwinden. Für die Landwirte bedeutet dies höhere Kosten beim Erwerb von Saatgut.

Dieses Jahr will die EU eine neue Saatgutverordnung verabschieden. Dagegen protestieren seit Langem Initiativen wie "Save our Seeds" oder die Saatgutkampagne. Mitte Januar haben alle Fraktionen des Europäischen Parlaments Anträge eingebracht, den Vorschlag der EU-Kommission abzulehnen und ihn an die Kommission zurückzuverweisen. [mbu]



Die Studie im Auftrag der Grünen/EFA

Kampagne "Freiheit für die Vielfalt"

Informationen der Saatgutkampagne