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Petition gegen EU-Saatgutverordnung


Derzeit entsteht in Brüssel eine neue EU-Saatgutverordnung. Umweltschutzorganisationen kritisieren diese massiv. Aufgrund unüberwindbarer bürokratischer Hürden würden viele der seltenen und alten Sorten von Obst, Gemüse und Getreide, die in Österreich heimisch sind, für immer aussterben.

Die Überarbeitung des europäischen Saat- und Pflanzgutverkehrsrechts läuft bereits seit dem Jahr 2008. Aus den über zwölf EU-Richtlinien wird nun eine EU-Verordnung – das bedeutet, dass es bei der Umsetzung keine nationalen Spielräume mehr gibt. Der endgültige Vorschlag der EU-Kommission wird derzeit für Mitte 2013 erwartet. Dann müssen das EU-Parlament und der Rat den Entwurf erörtern und darüber abstimmen. Derzeit besteht noch die Chance, den EU-Abgeordneten und den MinisterInnen klarzumachen, dass sie die EU-Saatgutverordnung stark verbessern müssen, erklären Global 2000 und Arche Noah.

Die geplante EU-Saatgutverordnung fördert die Konzentration von Saatgut in den Händen weniger multinationaler Konzerne. „Die Nutznießer sind wieder einmal die Agrarkonzerne“, sagt Heidemarie Porstner, Agrarsprecherin von Global 2000. „Während  KonsumentInnen, GärtnerInnen und LandwirtInnen durch die drohende Gesetzeslage von der Vielfalt abgeschnitten werden sollen, können Agrarkonzerne bestimmen, was unsere Landwirte anbauen, und was auf den Tellern der Menschen landet. Das bedeutet noch weniger Vielfalt und noch mehr Abhängigkeit.“ Aktuell dominieren laut Angaben von Global 2000 und Arche Noah die zehn größten Agrarkonzerne bereits 75 Prozent des Saatgutmarktes.

Die beiden Umweltverbände haben deshalb eine Petition ins Leben gerufen, die ab sofort auf der Webseite „Freie Vielfalt“ unterzeichnet werden kann. Darin werden der österreichische Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich und die EU-Abgeordneten dazu aufgefordert, eine EU-Saatgutverordnung zu erwirken, die eine Sortenvielfalt zulässt und seltene und alte Sorten nicht in die Illegalität treibt. Es soll keine verpflichtende Sortenzulassung geben und keine Zertifizierung für samenfestes Saat- und Pflanzgut. Der
Austausch von Saat- und Pflanzgut muss legal bleiben, fordern die InitiatorInnen der Petition. Die Verordnung muss sich auf den Handel mit Saat- und Pflanzgut zum Zweck der kommerziellen Nutzung und oberhalb bestimmter Mengen beschränken. [UWD]


 

Zur Petition Freie Vielfalt