EFSA will sich um mehr Unabhängigkeit bemühen
Donnerstag, 22. Dezember 2011
Nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) anhaltend wegen möglicher Verflechtungen mit der Industrie kritisiert wurde, versprach die Direktorin Catherine Geslain-Lanéelle, solche Interessenskonflikte zu vermeiden.
Die EFSA ist unter anderem zuständig für die Genehmigung gentechnisch veränderter Pflanzen. In der Vergangenheit ist es immer wieder vorgekommen, dass Mitarbeiter der EFSA kurz nach ihrem Job in der Risikobewertung der Behörde in Biotechnikunternehmen wechselten oder sogar gleichzeitig die wissenschaftliche und wirtschaftliche Tätigkeit ausübten. Diese Verquickungen hat der Verein Testbiotech aufgelistet.
Anfang Dezember forderte der Europäische Ombudsmann Nikiforos Diamandouros die EFSA auf, ihre Regeln und Verfahren zu ändern, um potenzielle Interessenskonflikte durch sogenannten Drehtürfälle künftig zu verhindern. Zuvor hatte Testbiotech eine Beschwerde beim Ombudsmann eingereicht. Der Verein bezweifelte die unabhängige Kontrolle von Genpflanzen, wenn EFSA-Mitarbeiter gleichzeitig direkt oder indirekt für die Industrie arbeiten, die diese Pflanzen vermarkten.
Auch das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN Europe) monierte, dass die EFSA befangen sei. So hätten Mitglieder der Arbeitsgruppe, die toxikologische Grenzwerte festlegt, Verbindungen zur Industrie oder entsprechenden Lobbygruppen. Laut einem Bericht von PAN, der im Dezember veröffentlicht wurde, sind einige EFSA-Mitarbeiter gut in Netzwerken verankert.
[mbu]
Empfehlungen des Europäischen Ombudsmanns




