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CO2-Emissionen 2011 höher als je zuvor

Letzte Woche hat die Forschungsabteilung der EU-Kommission JRC gemeinsam mit dem niederländischen Umweltforschungsinstitut PBL ihren alljährlichen Bericht zu den globalen CO2-Emissionen veröffentlicht. Laut ihren Berechnungen betrug der globale CO2-Ausstoß im Jahr 2011 34 Milliarden Tonnen – ein trauriger Rekord.

Zu den größten CO2-Produzenten 2011 gehören China mit 29 Prozent gefolgt von den USA mit 16 Prozent, der EU mit elf Prozent, Indien mit sechs Prozent, Russland mit fünf Prozent und Japan mit vier Prozent. Hauptverursacher des Anstiegs ist demnach China, dessen CO2-Ausstoß um neun Prozent auf 7,2 Tonnen pro Kopf stieg. Somit erreicht das bevölkerungsreichste Land der Erde die Pro-Kopf-Emissionsmengen industrialisierter Länder, die zwischen sechs und 19 Tonnen liegen. Zwar konnten EU (minus 3 Prozent), die USA und Japan (jeweils minus 2 Prozent) ihre Emissionen verringern, jedoch führt der Bericht dies auf den milden Winter sowie die schwache wirtschaftliche Lage zurück. Hinzu kommt, dass die OECD-Staaten nur noch ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen ausstoßen.

Die Berechnungen des JRC berücksichtigen dabei nicht, wie sich die CO2-Emissionen der einzelnen Länder zusammensetzen. Diese Faktoren werden vom CO2-Fußabdruck berücksichtigt. Laut Daten der Norwegian University of Science and Technology (NUST) lag dieser 2010 bei 4,5 Tonnen pro Kopf und ist damit noch immer deutlich niedriger als in den USA (19 Tonnen) oder Deutschland (12,3 Tonnen). So wird ein Fünftel der chinesischen Emissionen durch Konsum in anderen Ländern, vor allem in Europa, verursacht. Andrew Pendleton von Friends of the Earth bekannte gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian die Herstellung von Produkten für den westlichen Markt als einen der Hauptgründe für Chinas steigende CO2-Emissionen.

Damit die globale Gemeinschaft das Ziel, den Temperaturanstieg bis 2050 unter zwei Grad zu halten, erreichen kann, dürften die Emissionen zwischen 2000 und 2050 die Menge von 1.000 bis 1.500 Milliarden Tonnen nicht übersteigen. Seit 2000 wurden allerdings schon 420 Milliarden Tonnen emittiert, was bedeutet, dass bis 2050 nicht mehr als 15 bis 28 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr ausgestoßen werden dürfen. Machen die Staaten so weiter wie bisher wird diese Grenze JRC und PBL zufolge weit vor dem Jahr 2050 erreicht sein. [lr]


Pressemitteilung JRC (engl.)

Bericht von JRC und PBL (engl.)

NUST CO2-Fußabdruck (engl.)

Guardian-Artikel 1 (engl.)

Guardian-Artikel 2 (engl.)