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Lärmschutz contra Flugbeschränkung

Die Europäische Kommission hat am 1. Dezember Gesetzesvorschläge präsentiert, die Europas Flughäfen leistungsfähiger machen sollen. Die Bodenabfertigung soll verbessert und die Festlegung lärmbedingter Flugzeitbeschränkungen transparenter werden.

Das sogenannte Flughafenpaket umfasst ein Strategiepapier sowie drei Gesetzesvorschläge über Zeitnischen, Bodenabfertigung und Fluglärm. Damit Fluglinien die ihnen zustehenden Anflugberechtigungen (Zeitnischen) auf Flughäfen tatsächlich nutzen, sollen diese zu Marktbedingungen gehandelt werden können. Dadurch könnten in den kommenden 13 Jahren 24 Millionen Fluggäste mehr befördert werden. Die Bodenabfertigung soll künftig von mindestens drei konkurrierenden Anbietern geleistet werden. Zudem soll es bei der Entscheidung über Flugbeschränkungen zum Lärmschutz mehr Transparenz geben.

Unklar bleibt, was die Aussage: "Lärmbedingte Betriebsbeschränkungen müssen in einem angemessenen Verhältnis zu dem ermittelten Lärmproblem stehen", bedeutet. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im EU-Parlament Michael Cramer geht davon aus, dass "unter dem Strich die Kosten des Lärmschutzes und nicht der Nutzen für die lärmgeplagte Bevölkerung den Ausschlag geben sollen." Er fürchtet, dass  das Wettrennen um die niedrigsten Lärmschutzstandards an EU-Flughäfen weitergehen wird.

Der Flugverkehr verursacht erheblichen Lärm, unter dem über zehn Millionen Menschen in Europa leiden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnete Lärm als zweitschlimmste Gesundheitsgefährdung. Ab einer bestimmten Alltagsbelastung drohten gesundheitliche Schäden, zudem werde die Lebensqualität Betroffener stark beeinträchtigt, wie der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) moniert. [mbu]


Memo zum EU-Flughafenpaket

VCD

Michael Cramer