Karte der EU
 
 

Hintergrund

Natürliche Ressourcen sind die materielle Grundlage unserer Gesellschaft.

Ihre nachhaltige Nutzung ist Voraussetzung für eine zukunftsfähige Entwicklung. Die Verknappung oder Erschöpfung von Ressourcen stellt die künftige wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Frage und die negativen Umweltauswirkungen der Ressourcennutzung bedrohen unsere Lebensumwelt.

Damit kann die Ressourcenverknappung zu einem ernsthaften Sicherheitsproblem für unsere Gesellschaft werden. Momentan liegt der ökologischen Fußabdruck der EU 2,5mal über dem nachhaltigen Niveau. Bereits jetzt ist Ressourcenpolitik ein brisantes Thema mit Konfliktpotenzial. Zwar wurde das Ziel der Verdoppelung der Rohstoffproduktivität in die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen, doch dies war nicht mit konkreten Maßnahmen verbunden. Die Relevanz von Ressourceneffizienz wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Die politische Agenda zur EU-Ressourcenpolitik

In 2011 sind bereits wichtige Schritte für eine europäische Energie- und Ressourcenpolitik eingeleitet worden. So gehört ein „ressourcenschonendes Europa“ zu den sieben Leitinitiativen der Zehnjahresstrategie „Europa 2020“. Allerdings fehlen bisher explizite Umsetzungsmaßnahmen. Im Juli 2010 haben die EU-UmweltministerInnen auf dem informellen Umweltrat das Thema nachhaltigen Umgang mit Wertstoffen aufgegriffen. Derzeit werden mögliche europäische Initiativen und Ansätze diskutiert, Wertstoffe effizient und umweltfreundlich zu verwenden. Das Zauberwort heißt in diesem Zusammenhang Nachhaltiges Materialmanagement (Sustainable Materials Management – SMM), wodurch das natürliche Kapital erhalten und die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus von der Gewinnung über den Verbrauch und die Produktion bis hin zur Abfallbehandlung reduziert werden sollen.

Während das politische Engagement im Bereich Ressourceneffizienz in den letzten Jahren eher mangelhaft war, sind Ressourcennutzung und Ressourceneffizienz weit oben auf die europapolitische Agenda gerutscht. 2011 hat EU-Umweltkommissar Janez Potocnik einen Schwerpunkt auf Ressourceneffizienz gesetzt, darunter die Mitteilung zur Umsetzung der Rohstoffinitiative, eine Überarbeitung der Thematischen Strategie Ressourceneffizienz sowie eine „Roadmap 2020 zu Ressourceneffizienz und einem kohlenstoffarmen Europa“. Zudem gehört die Entwicklung von Effizienz-Indikatoren zu den Prioritäten von EU-Umweltkommissar Janez Potocnik.

EU-Energieeffizienz

Ferner gingen von der Revision des Energieeffizienzaktionsplans und der Energieeffizienzrichtlinie Impulse zur Verbesserung der Energieeffizienz aus, mit denen sichergestellt werden soll, dass das EU-Ziel, die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent zu steigern, tatsächlich erreicht wird. Bisherige Maßnahmen erhöhen die Effizienz lediglich um 11 Prozent. Nachholbedarf besteht auch im Gebäudebestand, der noch weit davon entfernt ist, energieeffizient zu sein. Ferner veröffentlichte die EU ihren Klima- und Energiefahrplan bis 2050.

Energieeffizenz ist Voraussetzung für die Energiesicherheit Europas, denn bislang importiert die EU 84 Prozent ihres Öls, 60 Prozent des Gases und 97 Prozent des Urans. Energieeffizienz ist notwendig, um den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen, Wege für eine ambitionierte und kostengünstige Senkung der Treibhausgase zu eröffnen und Millionen von Arbeitsplätzen zu schaffen. Zwischen 100 und 150 Milliarden Euro jährlich könnten so laut EU-Kommission bis 2020 eingespart werden. Außerdem müssen Verbraucher vor steigenden Energiepreisen geschützt werden.