Karte der EU
 
 

Überblick

Die Artenvielfalt geht zurück, die Ökosysteme verändern sich. Weltweit ist der wachsende Biodiversitätsverlust mit den Bedrohungen durch Klimawandel und Bodendegradation zu vergleichen. Selbst bei der Wirtschaft ist inzwischen angekommen, dass diese Entwicklung gravierende wirtschaftliche Konsequenzen hat.

Handreichung EU-Biodiversitätspolitik 2011+

Problemsituation

Die von der UN beauftragte und im März 2005 erschienene "Millennium-Ökosystem-Bewertung" (Millennium Ecosystem Assessment) verdeutlicht die zunehmende Zerstörung der Ökosysteme der Welt und die Auswirkungen auf Menschen und Biodiversität. Laut der Studie ist die Zerstörung der Lebensräume in einem noch nie da gewesenen Maß über die letzten 50 Jahre fortgeschritten. 60 Prozent der Ökosysteme sind degradiert oder werden nicht nachhaltig genutzt. 1.000 bis 10.000 Mal mehr Arten sterben aus, als es durch natürliche Vorgänge geschehen würde. Weltweit sind rund 11.000 Tier- und Pflanzenarten stark gefährdet oder von der Ausrottung bedroht. Hinzu kommt die Bedrohung durch den Klimawandel. 45 Prozent aller Schmetterlingsarten und 38 Prozent der Vogelarten in Europa sind bedroht. 80 Prozent der Fischbestände drohen zusammenzubrechen. Die EU hat über die Hälfte ihrer Feuchtgebiete eingebüßt und nur eine verschwindend kleine Fläche unberührter Wälder existiert noch.

In Europa sind die zunehmende Verstädterung und Versiegelung der Landschaft, die ungehemmte Nutzung der natürlichen Ressourcen, die Umweltverschmutzung sowie das Vordringen exotischer Tier- und Pflanzenarten in die einheimischen Ökosysteme der biologischen Vielfalt für den Rückgang der Biologischen Vielfalt verantwortlich. So sind 42 Prozent der Säugetierarten, 15 Prozent der Vogelarten und 52 Prozent der Süßwasserfischarte in ihrer Existenz erheblich bedroht.