Inhaltsübersicht
(Bearbeitungsstand 08/09)
Gefahr für Mensch und Natur
In vielen Alltagsgegenständen wie Textilien, Elektronikgeräten und Lebensmitteln stecken giftige Chemikalien. Diese Stoffe werden zum Beispiel durch Erwärmung in die Raumluft abgegeben und über das Atmen aufgenommen oder sie reichern sich in unserer Nahrung an. Auch über die Haut kommen wir mit Chemikalien in Kontakt - über Kleidung, Kosmetika und Schuhe. Im Blut, Fett, Urin und Muttermilch eines Menschen können heute über 300 synthetische Chemikalien nachgewiesen werden. Die meisten der angewendeten Chemikalien sind noch nie auf die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und auf die Umwelt überprüft worden. Eine ganze Reihe der synthetisch hergestellten Stoffe stehen mittlerweile unter Verdacht, Krankheiten wie Brust- und Hodenkrebs oder Leukämie beziehungsweise Allergien, Geburtsfehler oder sinkende Spermienzahlen zu verursachen. Der direkte Nachweis von Ursache und Wirkung ist sehr schwierig und wurde bisher nur für wenige Substanzen lückenlos bewiesen, etwa für Asbest und Asbestose. Eine steigende Anzahl von Chemikalien, die uns in Alltagsprodukten umgeben, geben jedoch durch Forschungserbnisse und zunehmende Umweltkrankheiten Anlass zur Sorge. Die gefährlichsten dieser Stoffe sind als "besonders besorgniserregende" chemische Substanzen bekannt. Unter "besonders besorgniserregende" chemische Substanzen fasst man solche, die:
- sich in der Umwelt nur sehr langsam abbauen (sehr persistente chemische Stoffe) und sich in Menschen und Tieren ablagern (sehr bioakkumulierbare chemische Stoffe) beziehungsweise eine Kombination aus persistenten, bioakkumulierbaren und toxischen Eigenschaften aufweisen,
- eine endokrine Wirkung haben, das heißt auf das Hormonsystem wirken,
- Krebs verursachen können (karzinogene Stoffe),
- Gene verändern können (mutagene Stoffe),
- das Reproduktionssystem beeinträchtigen können (reprotoxische Stoffe).
Die meisten Chemikalien gelangen früher oder später über das Abwasser in den Wasserkreislauf und/oder reichern sich in der Nahrungskette an. Viele von ihnen sind von der Umwelt schwer abbaubar und richten einen oft nicht vorhersehbaren Schaden an. Wesentliche Umweltprobleme wie etwa die Zerstörung der Ozonschicht und die Vergiftung mit Polychlorierte Biphenyle (PCBs) sind dadurch entstanden, dass Chemikalien nicht vernünftig getestet und kontrolliert wurden und werden. Neben den bereits erwähnten Chemikalien aus Alltagsprodukten sind auch viele Schadstoffe aus Reinigungs- und Arzneimittel in beträchtlichen Konzentrationen in Flüssen und Meeren nachweisbar. Vor allem die großen Meeressäuger leiden unter chemischen Stoffen.
Allgemeine Gesetze und Bestimmungen
Zusammenfassung des Europäischen Rechts zum Thema Chemische Erzeugnisse (Gefährliche Substanzen und Zubereitungen, Pestizide, Biozid-Produkte, Düngemittel, Risikokontrolle, Abfallentsorgung).
Rotterdam-Konvention (PIC-Konvention)
Multilaterales Umweltabkommen, das die internationale Regulierung des Handels mit bestimmten gefährlichen Chemikalien sowie Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln zum Ziele hat, um somit Mensch und Umwelt vor möglichen Gefahren zu schützen und zu einer umweltverträglichen Verwendung der Stoffe beizutragen.




