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Überblick

Die Landwirtschaft ist das größte und aus ökologischer Sicht auch bedeutendste Politikfeld in der Europäischen Union: Die Agrarpolitik der EU beeinflusst die Ernährungssicherheit und die Lebensmittelqualität, die biologische Vielfalt und den Naturschutz, den Flächenverbrauch und Bodenschutz, die Wasserqualität und Meeresverschmutzung. Sie hat auch Auswirkungen auf die Klimapolitik. Die Gemeinsame Agrarpolitik betrifft zudem die Gerechtigkeit im Handel mit Entwicklungsländern und die Haltung der EU-Bürgerinnen und -Bürger gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln.

Handreichung: Übersicht EU-Agrarpolitik 2011+

Bearbeitungsstand (01/2011)

Die positiven gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft, wie die Erzeugung gesunder Nahrungsmittel oder der Erhalt vielfältiger Kulturlandschaften sowie der Bodenfruchtbarkeit haben sich durch die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft teilweise ins Gegenteil verkehrt. Die Agrarpolitik in den alten EU-Mitgliedstaaten seit den sechziger Jahren führte zu ausgeräumten Landschaften, hoher Pestizidbelastung, Überdüngung und nicht artgerechter Tierhaltung. Die Agrarindustrie wirkt sich also schädlich für Tiere und Umwelt aus und gefährdet die Gesundheit von Menschen.

Weil in den vergangenen Jahrzehnten vor allem eine hohe Produktivität finanziell unterstützt worden war, konnten sich arbeitskräfteextensive Großbetriebsstrukturen entwickeln: Waren beispielsweise 1950 in Deutschland noch 25 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig, ist dieser Anteil bis heute auf gut zwei Prozent geschrumpft. Für die Landwirtschaft in den neuen Mitgliedstaaten werden ähnliche Folgen prognostiziert.